Armleuchteralge

Die Baltische Armleuchteralge

Die Armleuchteralgen (Characeae) sind weltweit verbreitete, phylogenetisch urtümliche Wasserpflanzen. Sie bilden die einzige rezente Familie innerhalb der Ordnung Charales (Armleuchteralgen i. w. S.), welche schon für das Erdzeitalter des Devon nachgewiesen wurde.

Die beiden anderen Familien der Ordnung, die Clavatoraceae und die Palaeocharaceae, sind nur fossil belegt. Armleuchteralgen werden zwar zu den Grünalgen gezählt, haben mit diesen aber nur die Assimilationspigmente und Reservestoffe gemein. Mit ihrem Habitus ähneln sie eher höheren Blütenpflanzen (z. B. dem Hornblatt).

Sie stehen mit ihrem Aufbau und ihren Fortpflanzungsorganen als sehr isolierte Gruppe im System der heutigen Pflanzen. Der wissenschaftliche Name wurde vom lateinischen chara (= eine bestimmte Knollenfrucht von bitterem Geschmack) abgeleitet.

Beschreibung

Der je nach Art bis zu einem Meter lange Thallus ist in lange Internodienzellen und kurze Knotenzellen gegliedert. In der Gestalt erinnern Armleuchteralgen auch an Schachtelhalme: An einer vertikalen Mittelachse wachsen in regelmäßigen Abständen in Quirlen angeordnete Äste (Radien).

Auf diesen sitzen die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane (Gametangien) wie die Lichter eines Armleuchters (Namensgebung!). Die sexuelle Fortpflanzung erfolgt durch Oogamie, die vegetative Vermehrung durch Bildung farbloser Rhizoide oder Thallusknöllchen.

Bei der Gattung Chara sind die Haupt- und Nebenachsen des Thallus von versteifenden Berindungsfäden umhüllt; diese fehlen der anderen artenreichen Gattung Nitella. Bei manchen Arten sind die Quirläste oder auch die Sprossachsen mit kleinen Stacheln oder ?Warzen? besetzt.

In der Ostsee ist die Baltische Armleuchteralge zu finden.