Sandklaffmuschel

Sandklaffmuschel
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Sandklaffmuschel
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Sandklaffmuschel
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Die Sandklaffmuschel

Die Sandklaffmuschel (Mya arenaria) gehört zu den häufigsten Muscheln des Wattenmeeres und kann bis zu fünfzehn cm groß werden.

Sie wurde schon im 13. Jhd nach Christus von Wikingern aus Nordamerika eingeschleppt und breitet sich inzwischen auch im Pazifik aus.

Die Muschel lebt bis über 30 cm tief eingegraben im Sand und wurde in Deutschland nur in Notzeiten gegessen, gilt aber in den Vereinigten Staaten als Delikatesse.

Die Verbreitung reicht in fast alle Gebiete der Nordhalbkugel von der Gezeitenzone bis in 70 m Meerestiefe.

Lebensweise:
Als lebende Tiere sind die Muscheln hochkant, Spalt nach oben, im Sand eingegraben, oft viermal tiefer als die Schale lang ist. Der Spalt wird für den "Draht zur Außenwelt" genutzt. Die Muschel schiebt ein langes röhrenartiges Organ heraus, den so genannten Siphon, der bis zur Bodenoberfläche reicht.

Der Siphon enthält zwei separate Kanäle, einen für ein- und den anderen für ausströmendes Wasser. Der Wasserstrom bringt Sauerstoff und Nahrung in den Mantelraum zu den Kiemen. Dort werden die Partikel in Schleim verpackt und über Cilienbahnen der Mundöffnung zugeführt.

Wird die Muschel gestört, dann zieht sie den Siphon, der übrigens mit Hautlichtsinneszellen ausgestattet ist, ruckartig zurück, spritzt noch schnell einen kräftigen Wasserstrahl heraus, und dann fällt der Sand darüber zusammen. Die Muschel ist sehr standorttreu. Einmal eingegraben, verändert sie nie mehr ihren Standort.

Aufbau der Sandklaffmuschel:
Der Körper der Sandklaffmuschel ist zweiseitig symmetrisch gebaut und besteht aus vier Abschnitten: dem vorderen Kopf, dem muskulösen Fuß, einem Eingeweidesack und einem Mantel.

Der Mantel scheidet die Schale ab. Auf der Schale befindet sich beim lebendem Tier eine gelbliche Außenhaut. An einem Ende der Muschel befindet sich der Grabfuß, den sie nutz, um sich einzugraben. Ausgewachsene Muscheln verlieren die Fähigkeit zu graben, da der Grabfuß nicht proportional mitwächst.

Fortpflanzung und Entwicklung:
Im Frühjahr ist Fortpflanzungszeit. Auf ein bislang noch unbekanntes Signal, meist im Mai oder Juni, geben die Männchen und Weibchen gleichzeitig ihre Spermien und Eier ins Wasser ab. Aus dem befruchteten Ei entsteht eine Schwimmlarve, die etwa 2-4 Wochen durchs Wasser treibt bevor sie sich auf dem Wattboden niederlässt.

Diese jungen Muscheln sind nur wenige Millimeter groß und eine beliebte Speise für Krebse, Fische und Vögel. Deshalb beeilt sich die Muschel schnell zu wachsen und tiefer in den Boden zu graben, denn dort ist sie vor ihren Feinden sicher

Name:
Da die Art so tief im Boden sitzt, ist sie nicht mehr auf den Schutz ihrer Schalen angewiesen. Diese schließen daher nicht mehr vollständig, sondern "klaffen" einen Spalt auseinander, wenn die Muschel sich in ihr Gehäuse zurückzieht.