Strandschnecke

Strandschnecke
©A.Trepte,Wikipedia,gnu

Die Strandschnecke

Aussehen:
Die Strandschnecke (Littorina littorea) besitzt einen 1 - 2 cm großes kräftiges und kegelförmiges Gehäuse, dessen Färbung sehr variabel ist.

Anhand der feinen Zuwachs- und Spiralstreifen auf der Gehäuseoberfläche, lassen sich bis zu sieben Umgänge erkennen, wobei die letzte große Windung den größten Teil bildet.

Im Unterschied zu der ihr verwandten Art L. saxatilis (Spitze Strandschnecke) zeigt die Strandschnecke einen spitzen Gehäusegipfel und ihre äußere Mündungslippe führt in einem flachen Winkel an den Gehäuserand.

Vorkommen:
Der Lebensraum der Strandschnecke umfasst Weich- und Hartböden auf den weiten Wattflächen der Gezeitenzone geschützter Küstenbereiche.

Besonders häufig findet man sie jedoch in der direkten Nähe von Muschelbänken, Buhnen und Molen. Da sich hier Besiedlungsdichten von bis zu 200 - 300 Individuen pro m² bilden, läßt die Vermutung zu, daß der Hartboden der bevorzugte Lebensraum der Strandschnecke darstellt. Auch an Steinen oder Pfählen nahe der Hochwasserlinie kriechen die Tiere empor.

Im Schlick- und Mischwatt oder in den Zosterawiesen lassen sich nur wenige Tiere finden: die Verdriftungsgefahr durch Strömung und Brandung ist hier aufgrund fehlender oder nur mangelhafter Festhaftungsmöglichkeiten zu hoch.

Anpassung an den Lebensraum:
Während des periodischen Trockenfallens ihres Habitats im Rhythmus der Gezeiten sammelt sich die Strandschnecke bei ablaufendem Wasser an feuchte und sonnengeschützten Orten und zieht das Gehäuse dicht an den Untergrund. Besonders an längere Trockenperioden ist die Strandschnecke durch das Verschließen des Gehäuses gut angepasst.

Bei anhaltender Trockenheit kann sie ihr Gehäuse mit einem hornigen Deckel, dem Operculum, den sie auf dem hinteren Endes ihres Fußes trägt, verschließen. In diesem Zustand kann sie drei bis vier Wochen ohne Wasserbedeckung überdauern. Durch einen winzigen Spalt der Mündung kann die Schnecke Sauerstoff aus der Luft aufnehmen. Die Aufnahme von Luft-Sauerstoff kann aufgrund einer speziellen Umwandlung der Kiemen stattfinden.

Die Kiemen der Strandschnecke sind zugunsten der Wand der Kiemenhöhlen, die stark mit Blutgefäßen durchsetzt sind, reduziert. Diese Anpassung ermöglicht nicht nur den Widerstand gegen unbeständige Wetterverhältnisse, sondern sie ist somit in der Lage, ein konkurrenzloses Habitat zu besiedeln. Im Lebensraum über der mittleren Hochwasserlinie, wo nur noch Wellen und Spritzer für Feuchtigkeit sorgen, können Meeresschnecken nicht mehr und Landschnecken noch nicht überleben.

Fortbewegung:
Die Strandschnecke scheidet am Vorderkörper durch zahlreiche Drüsen ein 0,5-1 cm breites Schleimbad aus, auf dem sie sich kriechend fortbewegt. Zusammen mit dem Körpereindruck sind diese Bänder als Kriechspuren in weichem Sediment des Wattboden gut zu erkennen.

Nahrung:
Die Strandschnecke ist ein unselektiver Weidegänger. Mit der Radula werden Diatomeen und organische Partikel von Sedimenten auf den Hart- und Weichböen abgeweidet. Auch junge Keimlinge von Algen und die Nauplien der Balaniden werden von der Strandschnecke gefressen.

Fortpflanzung:
In ihre Fortpflanzung ist die Strandschnecke noch stark an das Meer gebunden. Die Eier werden bei Springtide ins Meer entlassen. Die Larven machen alle Entwicklungsstadien im Wasser durch, bevor sie an Land gehen.