Eckernförde

Kieler Straße
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Hafen und Holzbrücke,
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April 2008 Menschenleer
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Stadthalle Eckernförde
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Strandpromenade
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Einkaufsstraße
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Eckernförde
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Eckernförde Strand
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Eckernförde
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Kieler Straße
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Eckernförde Strand
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Eckernförde
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Hafen Eckernförde
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Bimmelbahn
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Leuchtturm
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Am Strand
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Promenade am Strand
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In der Stadt
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Strand Eckernförde
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Eckernförde
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Quallen in Eckernförde
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Ostseebad Eckernförde

Eckernförde (dänisch: Egernførde, seltener Ekernførde oder Egernfjord, plattdeutsch: Eckernföör, auch Eckernför, in Angeldänisch: Nysted ) ist eine über 700 Jahre alte Mittelstadt im Landesteil Schleswig, Bundesland Schleswig-Holstein, etwa 25 Kilometer nordnordwestlich der Landeshauptstadt Kiel. Von 1867 bis 1970 war Eckernförde Kreisstadt des Kreises Eckernförde.

Geografie

Eckernförde liegt an der Ostsee am Ende der Eckernförder Bucht. Die Innenstadt wird in Form einer Sanduhr von der Ostsee im Osten und dem Windebyer Noor im Westen umschlossen.

Von den insgesamt 1.797 Hektar Gemeindefläche entfallen 405 Hektar auf das Windebyer Noor und 22 Hektar auf die beiden Schnaaper Seen.

Die größte Ausdehnung hat die Stadt mit über sieben Kilometern etwa entlang der Bundesstraße 76 in Nordwest-Südost-Richtung.

Neuere Geschichte

Bei der großen Sturmflut vom 13. November 1872 trug Eckernförde von allen Küstenorten der Ostsee aufgrund seiner Lage an der weit nach Nordosten geöffneten Bucht die schwersten Schäden davon. Das gesamte Stadtgebiet war tagelang meterhoch überflutet, 78 Häuser zerstört, 138 Häuser beschädigt und 112 Familien obdachlos geworden.

Seit 1912 ist Eckernförde Garnisonsstadt und Marinestützpunkt sowie Sitz einer Torpedoversuchsanstalt (TVA Eckernförde) mit zeitweise zwei Arealen in Eckernförde (TVA Nord und TVA Süd) und mehreren Außenstellen außerhalb von Eckernförde.

Der Kapp-Putsch im März 1920 führte in Eckernförde zu blutigen Straßenschlachten zwischen den einmarschierten Putschisten und einer aus rund 1.600 Eckernfördern und Borbyern zusammengestellten ?Arbeiterwehr?.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der spätere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Helmut Lemke als NSDAP-Mitglied Bürgermeister von Eckernförde.

Am 5. April 1933 wurden zahlreiche Sozialdemokraten, Kommunisten und aktive "freie" TVA-Gewerkschafter in Eckernförde verhaftet und in mehrmonatige "Schutzhaft" genommen. Bei einer zweiten Verhaftungswelle 1936 wurden Widerständler aus dem Raum Kiel, Rendsburg und - vor allem - Eckernförde in Zuchthäuser oder Konzentrationslager verbracht.

Der braune Terror begann allerdings schon vor der "Machtergreifung" durch die Nationalsozialisten, als am 10. Juli 1932 bei einem SA- und SS-Überfall auf das Gewerkschaftshaus in Borby zwei Gewerkschafter ermordet wurden.

Eine dritte Verhaftungswelle nach dem 20. Juli 1944 führte zum tragischen Tod des noch im März 1933 wiedergewählten Borbyer SPD-Bürgermeisters und Gewerkschaftssekretärs Richard Vosgerau.

Über das Schicksal der nur sehr wenigen in Eckernförde lebenden Juden ist definitiv nur bekannt, dass mit Emmy Massmann eine Jüdin die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen überlebt hat.

Das Seebad Borby wurde am 1. April 1934 auf Betreiben Lemkes hin in die Stadt Eckernförde eingemeindet. Mit der Eingemeindung stieg die Einwohnerzahl der Stadt von knapp 8.000 auf über 10.000.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Eckernförde zur Britischen Besatzungszone. Die britische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Das Lager mit der Verwaltungsnummer 1206 bestand aus drei Teillagern und wurde von einem Team der UNRRA betreut. 1947 lebten über 2.500 DPs im Lager Eckernförde. Die Lager wurden im Dezember 1949 aufgelöst.

Der Zustrom von über 10.000 Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands in den letzten Kriegsmonaten und nach dem Zweiten Weltkrieg in das von Bomben fast verschont gebliebene Eckernförde bescherte der Stadt teilweise bis in die 70er Jahre hinein eine große Wohnungsnot: es entstanden zahlreiche Barackenlager.

Insgesamt verdreifachte sich die Bevölkerungszahl zwischen 1935 und 1947 durch den Zuzug von TVA-Beschäftigen, Flüchtlingen und Ausgebombten fast von knapp über 10.000 auf unter 28.000; allein im Kalenderjahr 1945 wuchs die Einwohnerzahl von über 16.000 auf über 26.000. Dennoch avancierte die Stadt in den ersten Nachkriegsjahren auf manchen Gebieten auch zu einem "Kriegsgewinner"; zu nennen sind beispielsweise Um- und Ansiedelungen von Gewerbebetrieben (u.a. die Waffenfabrik J. P. Sauer & Sohn), die Gründung eines ersten Sinfonieorchesters für Schleswig-Holstein nach dem Krieg mit Sitz in Eckernförde ("Schleswig-Holsteinisches Konzertorchester"), die Gründung der Landespolizeischule (verlegt nach Eutin), die sportlichen Erfolge des Eckernförder SV.

In den letzten 20 Jahren ist Eckernförde von einer beschaulichen Hafenstadt zu einem touristischen Zentrum an der Ostseeküste geworden. Seit 1989 stieg die Einwohnerzahl von damals 22.347, mit Ausnahme der Jahre 1996 - 98, kontinuierlich auf 23.249 (2004).

Sehenswürdigkeiten

Die Altstadt mit ihren engen Gassen und restaurierten Fischerhäuschen liegt zwischen Hafen und Strand.

Das Ensemble dreier Wahrzeichen von Eckernförde: die Holzbrücke, das Rundsilo von 1931 und das ehemalige Siegfried-Werft-Gelände mit Holz- und Steinbauten ist am Hafen gelegen.

Die Fußgängerzone Kieler Straße hat sich das kleinstädtische Flair erhalten und ist kaum 150 Meter vom Wasser entfernt. Der sechs Kilometer lange, saubere und steinlose Strand mit feinem Quarzsand ist von April bis September für Touristen zugänglich; ein 160 Meter langer Teil des Strandes ist als Hundestrand ausgewiesen.

Im neuen Ostsee Info-Center am Übergang zwischen Strand und Hafen (Eröffnung Mai 2008) lernen Jung und Alt die Ostsee und ihre Bewohner kennen. Das "Museum Eckernförde" im Alten Rathaus bietet einen Einblick in die Stadtgeschichte.

Das alte Rathausgebäude selbst ist mehr als 500 Jahre alt; der Rathausmarkt ist in der Bausubstanz angrenzender Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend erhalten geblieben und bietet eine historische Kulisse für Wochenmarkt und sonstige Veranstaltungen.

Eckernförde hat drei evangelische Kirchen: die Sankt-Nicolai-Kirche mit ihrem frühbarocken Altar des Eckernförder Bildschnitzers Hans Gudewerth des Jüngeren und zahlreichen Epitaphien aus Renaissance und Barock, sowie die Kirche Borby und die dänische Egernførde Danske Kirke, außerdem die katholische Sankt-Peter-und-Paul-Kirche und eine neuapostolische Kirche.

Im Umland der Stadt befinden sich zahlreiche Gutshöfe, im Mai viele blühende Rapsfelder. Im Winter bietet das Windebyer Noor manchmal die Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wochenmarkt jeden Mittwoch und Sonnabend auf dem Rathausmarkt und auf dem Kirchplatz
Fischmarkt jeden ersten Sonntag des Monats am Hafen
Floh- und Trödelmarkt am Hafen während der Monate Mai bis September einmal im Mona
Musik auf dem Rathausmarkt, von Juni bis September i. d. R. alle vierzehn Tage donnerstags
Aalregatta jährlich (bis 2005 als Teil der Kieler Woche)
Piratenspektakel jährlich (1997-2006 unter dem Namen "Piratentage")
Sprottentage jährlich


Gildefest der Eckernförder Bürgerschützengilde von 1570 e.V. (GELBE-WESTENGILDE) jährlich zu Pfingsten
Gildefest der Borbyer Gilde jährlich
Wilhelm-Lehmann-Tag(e), jährlich zu Ehren des Dichters und Ehrenbürgers, veranstaltet von der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft und dem Kulturamt der Stadt Eckernförde
Eckernförde Classics (Oldtimerveranstaltung) zurzeit alle zwei Jahre
Altstadtfest zurzeit alle zwei Jahre
die Nachbargemeinde Altenhof ist ständiger Festivalort des Schleswig-Holstein Musik Festivals
Internationales Naturfilmfestival GREEN SCREEN jährlich im September

Kulinarische Spezialitäten

Kakabelle-Bier: das seit wenigen Jahren wieder in geringen Mengen zu bestimmten Anlässen (jetzt von der ?Ricklinger Landbrauerei?) gebraute Bier war im späten Mittelalter (bis 1503 unter dem Namen ?Quackeltheiß?) und in der frühen Neuzeit ein Eckernförder Exportschlager und wurde auch von dänischen Königen gerne getrunken. Das vom dänischen König Christian IV. 1622 erlassene Importverbot für ausländische Biere (gemeint: das Königreich, nicht der Staat Dänemark) soll vor allem dem Schutz des Kakabelle-Biers gegolten haben. Wie das Bier zu seinem Namen kam, berichtet Heinrich Rantzau: Eckernförde sei bekannt auch durch sein bekömmliches Bier. Man nennt es, dem Kardinal Raimund (erg. Peraudi) folgend, Cacabille, weil es nach seinen Worten - mit Verlaub - das Kacken angenehm macht. Er hatte es auf Italienisch Cacabelle genannt; daraus machten die Einwohner dann Cacabille.

Kieler Sprotte: Die Räucherfischspezialität Kieler Sprotte stammt aus Eckernförde und erhielt ihren Namen nur, weil sie im 19. Jahrhundert bei der Verfrachtung den Frachtstempel des Kieler Bahnhofs erhielt. Die Kieler Sprotte ist eines der Räucherfischprodukte, auf die sich der Spruch ?In Eckernför, dor hebbt se't rut, ut Sülver Gold to maken? (In Eckernförde haben sie's raus, aus Silber Gold zu machen) bezieht: gemeint ist die goldene Farbe, die silberne Fische durch den Räuchervorgang bekommen.

Küstennebel: Der Küstennebel ist ein seit 1985 von der Spirituosenfirma Behn hergestellter Anisschnaps. Die jahrelang nicht überarbeitete Nebelschallanlagensatzung der Stadt führte bis Mai 1984 dazu, dass in Eckernförde de jure permanent Küstennebel herrschte; denn der herrschte laut örtlicher Satzung, wenn ein bestimmtes Gebäude von der Mole aus nicht mehr zu erkennen ist, dieses Gebäude aber war inzwischen längst durch einen Neubau verstellt.

Sonstiges

Seit dem 14. Mai 1986 ist Eckernförde "UNO-Stadt". 1994/1995 war Eckernförde "Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz". Der Titel "Umweltfreundliche Gemeinde" wurde in den Jahren 1988, 1992, 1996 und 2000 errungen. 2006 gewann Eckernförde Bronze beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf.

In den Kirchenbüchern der Sankt-Nicolaikirche gibt es einen Eintrag über den Tod des Grafen von Saint Germain. Das Grab soll durch die Sturmflut 1872 zerstört worden sein.

Der Europäische Fernwanderweg E6 führt durch Eckernförde. Außerdem beginnt hier der Naturparkweg, der die fünf Naturparks in Schleswig-Holstein für Wanderer verbindet.

Die Spezialisierten Einsatzkräfte Marine, die Kampfschwimmer und die Minentaucher der Deutschen Marine sind in Eckernförde stationiert. Eine Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr für Schiffe und Marinewaffen befindet sich in Eckernförde.

Das Fischereikennzeichen der Fischkutter mit Heimathafen Eckernförde lautet "ECKE". Das frühere KFZ-Kennzeichen (bis 1970) lautete ECK.

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