Europäischer Aal

Aal
©R.Offermans,Wikipedia,gnu

Der europäische Aal

Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist eine Art der Flussaale und in ganz Europa, Kleinasien und Nordafrika beheimatet.

Er hat einen drehrunden, schlangenförmigen, langgestreckten Körper. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgängigen Flossensaum.

In der dicken Haut sind sehr kleine Rundschuppen eingebettet.Der europäische Aal hat ein oberständiges Maul, das heißt der Unterkiefer ist etwas länger als der Oberkiefer.

Die Färbung auf der Oberseite kann zwischen schwarz und dunkelgrün schwanken, wohingegen die Unterseite von gelb (junger, sog. Gelbaal) bis weiß (erwachsener, sog. Blankaal) variieren kann.

Erwachsene Weibchen können bis zu 150 cm lang und 6 kg schwer werden, Männchen erreichen nur 60 cm Länge. Solche Größen werden aber bloß extrem selten erreicht, und schon ein Weibchen von einem Meter Länge ist ausgesprochen groß. Vom Amerikanischen Aal ist der Europäische Aal äußerlich kaum zu unterscheiden.

Ernährung:
Aale sind insbesondere in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie ernähren sich vorwiegend von Würmern, Kleinkrebsen, Insektenlarven etc., aber auch von Fischlaich.

Hierbei unterscheiden sich 2 Varianten von Aalen, die sich nur an der Form ihres Mauls unterscheiden. Variante 1 ist der Spitzmaulaal, der sich vorwiegend von Krebsen etc. ernährt. Variante 2 ist der Breitmaulaal, der sich vorwiegend von kleinen Fischen ernährt.

Beide Arten existieren auch nebeneinander in den gleichen Gewässern, wobei die prozentuale Verteilung auf die beiden Sorten ausschließlich von dem vorherrschenden Nahrungsangebot abhängt. So wird man in Gewässern mit einem übermässigen Bestand an kleinen Fischen und einem geringen Bestand an Krebsen bis zu 90% Breitmaulaale im Verhältnis zu Spitzmaulaalen finden und umgekehrt.

Die oft verbreitete Aussage, Aale seien Aasfresser resultiert aus ihrem Versteckverhalten, was früher durch das Auslegen von Tierschädeln zum Fang genutzt wurde. Diese Fangmethode wurde in der Blechtrommel von Günter Grass literarisch beschrieben. Fischer wissen, daß Aale bestenfalls frisch getötete Köder fressen, niemals aber verweste.

Bedeutung in der Küche:
Der Aal ist ein beliebter Speisefisch, der sich durch sein extrem fettreiches Fleisch auszeichnet. Aufgrund seines Fettgehaltes eignet er sich besonders zum Räuchern. Er wird aber auch gebraten oder gekocht. Darreichungsformen sind neben Räucheraal, der Aalspieß und die Aalsuppe. Die berühmte Hamburger Aalsuppe ist dagegen ursprünglich nicht mit Aal gekocht, heute gehört Räucheraal jedoch meist zu den Zutaten.

Die ersten Aalesser waren wohl die Skandinavier, denn in deren Küchenabfällen aus der Zeit zwischen dem Spätpaläolithikum und der Eisenzeit wurden Aalskelette gefunden.

Das Blut des Aals enthält ein Nervengift, welches allerdings beim Kochen, Braten oder Räuchern neutralisiert wird. Aalblut sollte daher nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Glasaale gelten im asiatischen Raum als Delikatesse, weswegen sie in großen Mengen vor den europäischen Küsten gefangen werden. In den letzten Jahren gingen die Fangzahlen dramatisch zurück. Das deutet darauf hin, dass sich der Aal in naher Zukunft von einer einst sehr verbreiteten Fischart zu einer äußerst gefährdeten entwickeln könnte.