Kiel

Strandgänse bei Kiel
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Kiel Hafenpanorama
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Aida blu in Kiel
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Sonnenuntergang Kieler Förde
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Kieler Woche
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Kiel
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Kieler Woche
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"Color Fantasy" in Kiel
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Kieler Innenstadt
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Kiel Fähre
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Kiel

Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel ist eine kreisfreie Stadt in der Mitte des Landes an der Ostsee mit direktem Zugang zur Kieler Bucht.

Sie ist die größte Stadt und neben Lübeck, Flensburg und Neumünster ein Oberzentrum des Bundeslandes und ein bedeutendes Schiffbauzentrum. Ferner ist Kiel eine traditionsreiche Universitätsstadt und hat einen starken maritimen Bezug in den Bereichen Marine, Segeln und Meeresforschung. Die nächstgelegene Metropole ist die Hansestadt Hamburg, etwa 90 km südlich.

Die Einwohnerzahl der Stadt Kiel überschritt im Zuge des Ausbaus als Reichskriegshafen um das Jahr 1900 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Bereits 1910 hatte die Stadt über 200.000 Einwohner.

Geografie

Kiel verfügt mit der Kieler Förde als Tiefseehafen über einen der wichtigsten Seehafenschlüsse an der Ostsee und erstreckt sich hufeisenförmig um seinen Naturhafen.

Durch Kiel verläuft die Wasserscheide zwischen Nordsee und Ostsee. So berührt ebenso wie die Schwentine der Fluss Eider, der in die Nordsee mündet, Kieler Stadtgebiet, außerdem endet der Nord-Ostsee-Kanal im Stadtteil Kiel-Holtenau.

Die Umgebung Kiels ist von Moränenhügeln geprägt und geht im Osten der Stadt direkt in die Holsteinische Schweiz über.

Neuere Geschichte

1883 schied Kiel aus dem gleichnamigen Kreis aus und wurde eine kreisfreie Stadt; neuer Sitz des Kreises Kiel wurde die Stadt Bordesholm.

Kiel wurde 1887 deutscher Reichskriegshafen; es setzte ein rasantes Bevölkerungswachstum durch die Ansiedlung der Werftindustrie ein.

Deren Beschäftigte organisierten sich rasch: Das Kieler Gewerkschaftskartell wurde 1893 gegründet und hatte zu Anfang 2.900 Mitglieder.

1895 erfolgte die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal), welcher bald die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt wurde.

In der Folge wurde Kiel endgültig zum Haupthafen der deutschen Kriegsflotte. Mitten im Ersten Weltkrieg wurde Kiel 1917 Sitz des Oberpräsidiums der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und somit Provinzhauptstadt. Vorher befand sich das Oberpräsidium in Schleswig.

Mit dem Kieler Matrosenaufstand begann 1918 die Revolution, und es endete der Erste Weltkrieg.

Am 3. November erhoben sich hier die Matrosen, gründeten nach einem spontanen Gefecht mit regierungstreuen Truppen am 4. November den ersten Arbeiter- und Soldatenrat Deutschlands und begannen somit die Novemberrevolution, welche innerhalb weniger Tage ganz Deutschland erfasste und die Grundsteinlegung zur Weimarer Republik bildete.

Der Zivilflughafen Kiel-Holtenau wurde 1928 in Betrieb genommen. Auch auf Grund der schweren Wirtschaftskrise hatten die Nationalsozialisten in Kiel bereits früh zahlreiche Anhänger; die Universität wurde 1933 sehr rasch "gleichgeschaltet" und entwickelte mit der "Kieler Schule" eine strikt regimetreue Rechtslehre.

Kiel wurde 1936 zum ersten Mal Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe. Im Landesarchiv Schleswig-Holstein existiert ein Film von Leni Riefenstahl über dieses Ereignis.

Am 9. November 1938 wurde die Kieler Synagoge am Schrevenpark zerstört. Im Juni 1944 wurde das Arbeitserziehungslager Nordmark errichtet in welchem bis Anfang 1945 600 Menschen umkamen.

1939 bis 1945 wurde Kiel dann wegen der großen militärischen Bedeutung im Zweiten Weltkrieg (Kriegshafen, Werften) durch zahlreiche Luftangriffe zu über 80% zerstört. Die Integration der vielen ostdeutschen Kriegsflüchtlinge aus dem Baltikum, Ost- und Westpreußen, Pommern und Mecklenburg stellte die Stadt seit 1945 vor zusätzliche Herausforderungen.

In den Nachkriegsjahren wurde Kiel unter "modernen" Gesichtspunkten neu aufgebaut (wobei die Pläne bemerkenswerterweise noch auf die NS-Zeit zurückgingen).

Die Stadt entwickelte sich bald wieder zum wirtschaftlichen, politischen und geistigen Zentrum Schleswig-Holsteins.

1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, gehörte Kiel zur Britischen Besatzungszone.

Die britische Militärverwaltung richtete in Kiel ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons.

Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen und dem Baltikum. 1946 wurde Kiel Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein und trat als solche 1949 der Bundesrepublik Deutschland bei.

Kiel war 1972 zum zweiten Mal Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe, diesmal im Stadtteil Schilksee. 1975 wurde der Kieler Umschlag als modernes Volksfest wiederbelebt. 1982 feierte die Kieler Woche ihr hundertjähriges Bestehen.

1985 beschloss man die Einstellung der Straßenbahn; eine Entscheidung, die heute vielfach bedauert wird. 1992 beging die Stadt ihre 750-Jahr-Feier, und 1994 wurde die 100. Kieler Woche veranstaltet (in den Kriegsjahren von 1915 bis 1919 und 1940 bis 1946 fanden keine Kieler Wochen statt); 1995 schließlich feierte man den hundertsten Geburtstag des Nord-Ostsee-Kanals.

Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1997 der Oberbürgermeister (Norbert Gansel, SPD) direkt gewählt; 2003 folgte ihm Angelika Volquartz (CDU) als Kiels erste Oberbürgermeisterin.

Regelmäßige Veranstaltungen

Kieler Woche, ein Segel- und Volksfest
Kieler Umschlag
Duckstein-Festival (Ex-Kai-City-Festival)
Filmfest Schleswig-Holstein Augenweide, es findet alljährlich an einem langen Wochenende in der "Pumpe" statt.
Freevival, alljährliches Festival im Aubrook, dem Bauwagen ? und Hüttenplatz von Kiel