Nationalpark Jasmund

Im Nationalpark auf Rügen
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An der Ostküste Rügens im Nationalpark Jasmund
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Wald auf Rügen
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An der Rügener Steilküste im Nationalpark Jasmund
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An der Steilküste des Nationalparks Jasmund auf Rügen
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Sumpflandschaft
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Kreidefelsen der Halbinsel Jasmund
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Nationalpark-Zentrum Königsstuhl im Nationalpark Jasmund
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Buchenwald im Nationalpark Jasmund
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Nationalpark Jasmund

Der Nationalpark Jasmund liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und besteht seit dem 12. September 1990.

Er ist rund 3.000 ha groß und ist damit Deutschlands kleinster Nationalpark.

Sein Gebiet umfasst den mit ursprünglichem Buchenwald bestockte Höhenrücken der Stubnitz nördlich der Hafenstadt Sassnitz mit dem Kreidekalk-Steilufer und einen 500 m weit in die Ostsee hinein reichenden Wasserstreifen.

Die Kreidefelsen des Nationalparks Jasmund
Die Kreidefelsen der Insel Rügen sind einer ständigen Erosion ausgesetzt. Mit jedem Sturm brechen große Stücke aus dem Felsen und reißen gelegentlich auch Bäume und Sträucher mit ins Meer.

Herausgelöst werden dabei auch Fossilien: Hier sind versteinerte Reste von Seeigeln, Schwämme und Austern zu entdecken. Die Erosion der Küste hat zugenommen, seitdem im 19. und 20. Jahrhundert größere Findlinge vor der Küste entnommen wurde, um sie im Hafenausbau der Inselhäfen zu verwenden.

Die Findlinge wirkten vor den Kreidefelsen als natürliche Wellenbrecher; seit ihrem Abtransport dringt das Wasser der Ostsee mit ungebrochener Gewalt an die Steilküste vor.

Der markanteste Punkt des Nationalparks ist der 119m m hohe Kreidefelsen Königsstuhl, in dessen Nähe sich heute das Besucherzentrum befindet.

Die Plattform auf der Spitze des Königsstuhl betreten im Schnitt jährlich 500.000 Menschen, um von dort aus auf die von der Ostsee umspülten Kreidefelsen blicken zu können.

Als besondere Erscheinung haben auch Wissower Klinken Weltruhm erlangt, die allerdings seit dem 24. Januar 2005 nach einem Kreideabrutsch weitgehend zerstört wurden.

Irrtümlicherweise wird oft behauptet, dass diese von Caspar David Friedrich in seinem Gemälde Kreidefelsen auf Rügen verewigt wurden. Friedrich malte allerdings ein romantisches Bild eines Kreidefelsens, der gar nicht existierte und zog dafür Landschafsskizzen von der Insel Rügen, unter anderem von einer Felsformation nordwestlich des Köngisstuhls, heran.

Fauna und Flora
Der Nationalpark Jasmund bietet aufgrund seiner besonderen geologischen Bedingungen zahlreichen seltenen Pflanzen und Tieren Heimat.

In den Wäldern der Stubnitz sind zahlreiche mit Wasser gefüllte, abflusslose Senken und Mulden zu finden, die meist als eiszeitliche Toteislöcher entstanden.

Wo diese Wasserflächen verlanden, entstehen sogenannte Kesselmoore. Zahlreiche Schwarzerlen sind an diesen Senken und Kesselmooren zu finden.

An trockeneren Stellen sind Wildbirne, Wildapfel, Elsbeere und Eiben zu finden. Zu den hier vorkommenden Orchideenarten zählt auch der Frauenschuh.

In den klaren Bächen, die die Stubnitzwälder durchziehen, findet sich mit dem Alpenstrudelwurm ein ungewöhnlicher Bewohner, der sonst nur im Gebirge vorkommt.

An diesen klaren Bächen ist auch der Eisvogel zu bewundern. In den Kliffs der Kreidefelsen nisten Mehlschwalben und die Kreideeule, ein cremefarbener Nachtfalter, hat ihr einziges Vorkommen in Deutschland auf dem Jasmund.

Aufgrund des hohen Besucherdrucks sind allerdings Wanderfalke und Seeadler im Nationalpark nicht mehr zu beobachten.

Nationalparkzentrum "Königsstuhl"
Seit seiner Entstehung 1990 zieht der Nationalpark Jasmund jährlich Millionen von Besuchern an. Eine der wesentlichen Aufgaben der Nationalparkverwaltung besteht deshalb auch darin, diese Besucherströme zu lenken.

Am 18. März 2004 wurde das Besucherzentrum des Nationalparkes Jasmund am Naturdenkmal Königsstuhl in der Stubbenkammer eingeweiht.

Die Besucher können sich dort mit einer Multivisions-Show, einer komplexen Ausstellung und mit den "natürlichen" Gegebenheiten (Kreidefelsen, Viktoria- Sicht, Herthasee) vertraut machen.

Die Ausstellung bietet zu jedem Themenbereich (z. B. Ostsee, Buchenwald, Gletscher, Kreide) anschauliche Bilder, Töne, etwas zum Anfassen und Ausprobieren sowie auch etwas zum Lesen.

Empfehlenswert ist eine Wanderung von Sassnitz über den Hochuferweg oder am Strand entlang Richtung Königsstuhl (ca. 3-4 Stunden) - aber nur bei gutem Wetter. Der Wanderpfad durch die Stubnitz wurde bereits im Jahre 1794 angelegt, als man sich der besonderen Schönheit dieser Landschaft bewusst wurde.

Die Geschichte des Nationalparks
Das natürliche Kreidevorkommen auf der Halbinsel Jasmund wurde in Kreidebrüchen seit langem abgebaut.

Als 1926 die Wiedereröffnung eines bereits stillgelegten Kreidebruchs drohte, wies man die Küste nördlich von Sassnitz als Naturschutzgebiet aus.

Am 12. September 1990 wurde dieser Küstenabschnitt zum Nationalpark erklärt. Seit März 2004 steht den Besuchern am Königsstuhl ein Besucherzentrum zu Verfügung.