Scholle

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Die Scholle

Die Scholle oder Goldbutt (Pleuronectes platessa) gehört zur Ordnung der Plattfische (Pleuronectiformes). Der Name wurde erst im 16. Jahrhundert geprägt, im Gegensatz zu Scholle (Grund).

Ihr Vorkommen erstreckt sich über fast alle europäischen Küsten: vom Weißen Meer bis zur portugiesischen Atlantikküste, aber auch in Nord- und westlicher Ostsee, sowie im westlichen Mittelmeer. Die Scholle lebt schwarmbildend über Sand- und Schlickgrund in Tiefen von 1 bis 200 Meter, im Mittelmeer auch bis 400 Meter Tiefe.

Sie ernährt sich - zumeist nachts auf Nahrungssuche gehend - von Borstenwürmern, Kleinkrebsen, dünnschaligen Muscheln und Schnecken und unternimmt ausgedehnte Wanderungen.

Die Scholle ist ein Plattfisch, der die Augen auf der rechten Körperflanke trägt. Die Augenseite ist braun, gelegentlich grau-braun; sie ist mit charakteristischen kreisförmigen rötlichen Punkten gesprenkelt. Daher der Zweitname Goldbutt;(Struffbutt) sie gehört aber nicht zu den - linksäugigen - Butten. Die Blindseite ist weiß.

Die Scholle ist in der Lage, sich zur Tarnung dem Untergrund farblich anzupassen und gräbt sich außerdem bei Gefahr durch Schlagen von Rücken- und Afterflosse in den Sand ein. Ausgewachsene Schollen haben eine Körperlänge von 40 bis maximal 70 Zentimeter. Sie werden bis zu 45 Jahre alt und wiegen dann bis zu 7 Kilogramm.

Fortpflanzung:
Schollen laichen in den Wintermonaten, in unseren Breiten bei etwa 6 Grad Celsius und einem Mindestsalzgehalt von 10-12 Gramm Salz pro Liter. Sie geben je weiblichem Tier zwischen 50.000 und 500.000 Eier mit 1,6 bis 2,1 Millimeter Durchmesser ab, die frei im Wasser schweben.

Aus ihnen schlüpfen nach 10 bis 20 Tagen 6 Millimeter lange Larven. Diese haben zunächst eine bilateralsymmetrische Gestalt und ernähren sich schwimmend von Plankton. Erst nach ein bis zwei Monaten verwandeln sie sich zum asymmetrischen Bodenfisch; das linke Auge wandert dabei zur rechten Körperseite hinüber.

Männliche Schollen werden nach 3 bis 4 Jahren bei einer Länge von 18 bis 26 Zentimetern geschlechtsreif, weibliche hingegen erst nach 6 bis 9 Jahren bei einer Länge von 30 bis 40 Zentimetern.

Wirtschaftliche Bedeutung:
Die Scholle ist einer der wirtschaftlich wichtigsten Speisefische. Es werden weltweit 100.000 bis 120.000 Tonnen pro Jahr hauptsächlich mit dem Schleppnetz gefangen. Die späte Geschlechtsreife der Fische führt unter der Bedingung der starken Befischung zu ständig abnehmendem Bestand.

Früher wurden gelegentlich bis zu 50 Jahre alte Schollen von knapp einem Meter Länge und einem Gewicht von 7 Kilogramm gefangen; heute liegen die durchschnittlichen Fanggrößen hingegen bei 25 bis 40 Zentimeter - damit werden große Teile der Schollenpopulationen bereits vor der Geschlechtsreife gefangen: Vielerorts Überfischung der Bestände.

Die im Frühjahr gefangene Scholle wird im Handel als Maischolle bezeichnet und wird wegen der Zartheit sehr geschätzt.