Seepocken

Krabbe mit Seepocken
©M.Hanselmann,Wiki,ccbysa
Seepocken und Miesmuscheln
©J.Pfeifer,Wikipedia,gnu
Seepocken
©F.Geller-Grimm,Wiki,ccbysa

Die Seepocken

Seepocken (Balanidae) sind Rankenfüßer, die zu den Krebsen gehören, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht als Tiere erscheinen. Man sieht lediglich kleine weiße Kegel, die sich im erwachsenen Zustand (Im Gegensatz zu fast allen anderen Krebsen) nicht mehr von der Stelle rühren können. Ihre Arme, Beine und Scheren sind zu Rankenfüßen umgebildet.

Lebensraum:
Die Seepocken kann man weltweit an Küsten finden. Sie setzen sich auf Steinen und Felsen, aber auch auf Krebsen, Muscheln (besonders häufig auf Miesmuscheln) oder Schnecken fest, mit denen sich die Seepocken den Lebensraum teilen.

In Deutschland sind nur einige Arten heimisch, durch Anheftung an Schiffe sind allerdings auch andere Arten nach Deutschland gelangt.

Körperbau:
Den Weichkörper umgeben 6 kleine Kalkplättchen. Diese Plättchen sind weißlich bis hellgrau und oft an den Rändern ausgefranst. An der Öffnung befinden sich 2 Paar Verschlussdeckelchen, mit deren Hilfe die Seepocken sich vor Austrocknung schützen können.

Mit verschlossenen Deckeln können sie tagelang ausharren und auch größere Schwankungen des Wassers gut ertragen. Unten schließt sich eine Kalkplatte an, welche fest auf dem Untergrund haftet; dies sieht man aber nicht. Alle Extremitäten wurden wie schon erwähnt in Fangarme umgewandelt. Der Durchmesser dieser Lebewesen beträgt zwischen 1 ? 1,5 cm.

Ernährung:
Zur Nahrungsaufnahme bilden sie ein feinmaschigen Korb aus ihren Rankenfüßen, mit dem sie Plankton aus dem Wasser filtern.

Fortpflanzung und Entwicklung:
Seepocken sind Zwitter, können sich jedoch nicht selber befruchten. Der Partner muß sich aufgrund der Ortsgebundenheit des adulten Tieres in unmittelbarer Nähe befinden. Mit dem vergleichsweise langen Begattungsorgan tasten sie den Platz um sich herum ab und sucht nach anderen Seepocken.

Nach der Befruchtung der Eier verbleiben diese im Kalkpanzer. Wenn die Larven schlüpfen, sind sie von einem kleinen Panzer umgeben. Nach Verlassen des Gehäuses als Naupliuslarve (1. Larvenstadium) im Frühling verwandeln sie sich in die Cyprislarve.

Diese trifft die wichtigste Entscheidung ihres Lebens - wo sie ihr restliches Leben verbringen wird. Sie siedelt immer dort, wo schon viele Seepocken sind, damit sie sich auch paaren kann. Dafür heftet sie sich irgendwo an, dreht den Rücken zum Boden und zementiert sich ein. Nach der Zementierung häutet sie sich mehrmals innerhalb des Panzers, um erwachsen zu werden. Die Wachstumsgeschwindigkeit wird von der Wassertemperatur und dem Nahrungsangebot bestimmt.

Feinde:
Seepocken sind von Krebsen, Seeigeln und Schnecken bedroht. In kalten Wintern auch von Meerstrandläufern (aus der Familie der Schnepfenvögel), Austernfischern und Steinwälzern.