Silbergras

Silbergras
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Blütenstand Silbergras
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Das Silbergras

Das Silbergras (Corynephorus canescens) ist eine Pionierpflanze auf offenen, vegetationsarmen, lockeren, humusfreien Flugsandfeldern.

Es ist an die extremen Umweltbedingungen seiner natürlichen Standorte (Hitze, Trockenheit, Nährstoffarmut) angepasst.

Die Pflanze ist mit ihren kleinen büscheligen Horsten ein kennzeichnendes Süßgras (Poaceae) der Silbergrasfluren (Corynephorion canescentis) und einzige Art der Gattung Corynephorus.

Das Silbergras dient der Erstberasung von lockerem Sand und spielt bei der Festlegung von Wanderdünen eine entscheidende Rolle.

Beschreibung

Das Silbergras ist ein ausdauernder, überwinternd grüner Hemikryptophyt. Das Gras wird etwa 10 bis 35 cm hoch und wächst in dichten Horsten mit aufrechten, etwas abgespreizten Halmen.

Die Halme sind auffallend dünn, unbehaart, leicht angeraut und verfügen unterhalb der Mitte über zwei bis sieben Knoten. Die Blattscheiden sind rötlich-purpurn, ebenfalls leicht rau und unbehaart.

Die Blattspreiten sind silbrig graugrün, sehr steif, borstenförmig zusammengerollt, scharf zugespitzt und rau. Sie sind etwa 0,5 mm breit und zirka 6 cm lang.

Die Blütenstände sind fein verzweigte, schmal-längliche, 2 bis 8 cm lange Rispen. Diese sind purpurn oder bunt gefärbt, zuweilen auch bleichgrün. Sie sind nur während der Blütezeit locker ausgebreitet, sonst zusammengezogen.

Die 4 mm langen Ährchen sind zweiblütig, sehr schmal und leicht zusammengedrückt. Die Deckspelzen werden von den Hüllspelzen beinahe vollständig eingeschlossen.

Sie sind undeutlich genervt und tragen eine hellbraune schon am Grund freie Granne. Diese ist charakteristisch keulenförmig verdickt und trägt etwa in der Mitte einen borstlichen Haarkranz. Das Gras blüht von Juni bis August, gelegentlich bis in den Oktober.

Vorkommen

Das Silbergras ist von Südskandinavien über Nordwesteuropa bis in den Mittelmeerraum weit verbreitet (subatlantisch-submediterran); im küstenferneren Binnenland ist es dagegen sehr selten. Es fehlt in den Alpen und in höheren Mittelgebirgslagen. Ferner kommt es in Nordafrika, Nordamerika und Südamerika vor.

Das Gras wächst auf warmen und trockenen, nährstoff- und basenarmen, neutralen bis sauren, meist humus- und feinerdearmen, lockeren, durchlässigen Sandrohböden der tieferen Lagen.

Als Erstbesiedler kommt es auf Flugsanden der Küsten- und Binnendünen, Flugsanddecken, auf Brachen, an Wegen, Sandgruben, lichten Kiefern- und Birkenwäldern vor. Auf offenen Sandflächen, wo der Boden im Sommer extrem austrocknet, ist es oft die einzige bestandsbildende Blütenpflanze.

Sein Hauptvorkommen liegt in Sand-Trockenrasen. Hier ist es die Charakterart des Verbandes der Silbergrasfluren bzw. Silbergras-Pionierrasen (Corynephorion canescentis).

Die Pflanzengesellschaften setzen sich aus Magerkeits- und Trockenheitszeigern zusammen. Diese sind neben dem Silbergras das Sand-Straußgras (Agrostis vinealis), der Schmalblättrige Ampfer (Rumex tenuifolius), der Frühlings-Spark (Spergularia morisonii) und Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis). An Moosen finden sich das Purpurstieliges Hornzahnmoos (Ceratodon purpureus) und das Frauenhaarmoos (Polytrichum piliferum).

Kennzeichnend sind eine Vielzahl an Flechten wie beispielsweise die Elchgeweih-Becherflechte (Cladonia alcicornis) oder Floerkes Becherflechte (Cladonia floerceana).